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Warum es das Prädikat braucht

Hinweissschild Kurort - bitte fahren Sie langsam in Bad Bad Camberg

Das Prädikat schafft Transparenz und Vertrauen. Es steht für die hohe medizinisch-therapeutische Kompetenz der Heilbäder und Kurorte in Hessen und es steht für hochwertige Erholungsräume.

Das Prädikat schafft Transparenz und Vertrauen. Es steht für die hohe medizinisch-therapeutische Kompetenz der Heilbäder und Kurorte in Hessen und es steht für hochwertige Erholungsräume. Doch warum ist das Prädikat ‚Heilbad‘ oder ‚Kurort‘ so wichtig, ja unverzichtbar für die Gesundheitsstandorte? Was bewirkt es und warum profitieren Patienten, Gäste und Bürger davon? Und warum engagieren sich Menschen in den Heilbädern und Kurorten dafür?

Die Antworten darauf sind so einfach, wie tiefgreifend und finden sich in der neuesten Studie des dwif*, die der Hessische Heilbäderverband in Auftrag gegeben hat. „Die Heilbäder und Kurorte in Hessen sind Teil des Gesundheitssystems. Sie lösen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und tragen Verantwortung für den Menschen. Das verpflichtet sie zur Qualität,“ erläutert der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Bürgermeister Ralf Gutheil, die Intention der Studie.

„Das Prädikat ‚Heilbad‘ oder ‚Kurort‘ steht für die Qualität der prädikatisierten Orte und spannt einen Bogen von den Natürlichen Heilmitteln über die ganzheitliche, natürliche Heilung bis hin zur gesundheitsorientierten Infrastruktur,“ unterstreicht die Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes, Almut Boller, die Bedeutung der Prädikatisierung. „Das ist ein Mehrwert für Gäste, Patientinnen und Patienten, Bürgerinnen und Bürger.“

Mehr Lebensqualität

Heilquellen, Heilklima, Kurparke, Gradierwerke, Thermen, Kräutergärten und eine Infrastruktur, die an eine therapeutische Landschaft erinnert: Die Heilbäder und Kurorte in Hessen bieten ihren Bürgerinnen, Bürgern und Gästen 30 % mehr Erholungsfläche pro Einwohner im Vergleich zu sonstigen Gemeinden.

Mehr Standortattraktivität

90 Prozent der stationären Vorsorge- und Reha-Kapazitäten des Landes Hessen sind in den Heilbädern und Kurorten verortet und machen sie attraktiv für Fachkräfte und Gesundheitsdienstleister. Sie sind Teil eines Netzwerkes, zu dem auch Badeärzte, Therapeuten sowie Handel, Handwerk und Gewerbe vor Ort zählen.

 Mehr Wirtschaftskraft

Das partnerschaftliche Engagement in den Heilbädern und Kurorten wirkt sich positiv auf den regionalen Wirtschaftskreislauf aus. Rund 38 Millionen Aufenthaltstage wurden 2024 in den 30 Heilbädern und Kurorten gezählt. Daraus resultiert ein Bruttoumsatz von 2,4 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von rund 1,3 Milliarden Euro. Davon profitieren mehr als 37.000 Menschen, die ein durchschnittliches Primäreinkommen aus Kur und Tourismus erzielen können.

Nur wo Bad darauf steht, ist auch Bad drin

Mit ihrer Kompetenz und ihrer Erfahrung in Prävention, Kuration und Rehabilitation sind die Heilbäder und Kurorte in Hessen Partner für den Menschen. Damit Patientinnen und Patienten, Gäste und Bürgerinnen und Bürger darauf vertrauen können, braucht es verlässliche Kriterien und einheitliche Standards und vor allem Kontinuität. Genau hier setzen die Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes an. Bundesweit anerkannt, sind sie die Grundlage für die Entwicklung der Gesundheitsstandorte. Sie fächern die Themenkomplexe auf und machen die besondere Qualität sichtbar und stellen sie dauerhaft sicher.

Ist das Prädikat einmal erreicht, schließt sich ein immerwährender Qualitäts- und Aktualisierungsprozess an. Dabei haben die Bäderspezialisten den demografischen Wandel ebenso im Blick wie die Veränderungen der Natur, Trends ebenso wie die Transformation der Gesellschaft.

Alle 10 Jahre beginnt ein neues Prädikatisierungsverfahren, in dem jedes Heilbad und jeder Kurort belegen muss, ob die Qualitätsstandards erfüllt werden. Für die Orte ist das eine Herausforderung und gleichsam ein Ansporn. Gemeinsam mit ihren Leistungsträgern und Partnern gestalten sie Angebote für die moderne Gesellschaft und übersetzen ihre Tradition sowie die kurörtliche Ausrichtung ihres Ortes in das Hier und Jetzt.

Qualität verdient Sichtbarkeit

Das Prädikat ‚Heilbad‘ oder ‚Kurort‘ ist das äußere Zeichen für Qualität und das ist neuerdings an den Ortseingangsschildern der Heilbäder und Kurorte in Hessen sichtbar. Möglich wird das durch das Kommunale Flexibilisierungsgesetz „KommFlex“ und der Anpassung der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) und mit einer Urkunde, die Hessens Innenminister Roman Poseck bereits an insgesamt 16 Heilbäder und Kurorte überreicht hat. Die Zusatzbezeichnungen unterstreichen die Tradition, die Kompetenz in Medizin & Therapie und die hohe Lebensqualität für Bürgerinnen und Bürger. Das klare, unverwechselbare Profil stärkt die lokale Identität und setzt in der Wahrnehmung Glanzpunkte.

 

*Das dwif (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e. V. an der Universität München) ist ein Forschungs- und Beratungsunternehmen, das auf die Tourismus- und Freizeitbranche spezialisiert ist. Alle festgestellten Daten der Studie beziehen sich auf das Jahr 2024.