Was verbindet Patricia Kelly eigentlich mit der Kur und warum ist die Sängerin, Autorin und Unternehmerin die perfekte Rednerin für die Akteure aus Kur, Gesundheit, Tourismus, Wissenschaft und Politik? Wer das Programm des 22. Hessischen Kurtages in Bad Wildungen gelesen hat, mag sich gewundert haben, denn so einfach lässt sich die Verbindung von Patrica Kelly und der Kur nicht herstellen. Doch die Künstlerin hat eine Geschichte zu erzählen und die hat sehr viel mit ihrer Entwicklung, mit Trends und eben mit der Kur zu tun.
„Die Kelly Family war niemals im Trend,“ lacht Patricia Kelly. „Wir sahen nicht so aus wie die anderen, wir sangen nicht wie die anderen. Wir haben den Trend gesetzt, weil wir so waren wie wir waren. Weil wir authentisch waren, bei uns geblieben sind.“ Rund 100 Gäste nahm Patricia Kelly mit auf ihre Reise durch ein außergewöhnliches Leben, durch Höhen und Tiefen. Ihr Blick auf sich ist dabei ebenso klar, wie auf das, was die Akteure der Kurorte leisten. „Menschen zu helfen, ist kein Beruf, sondern eine Berufung.“
Rund 100 Gäste ließen sich von Patricia Kelly inspirieren und von den weiteren Rednerinnen und Rednern aktiv in das Programm einbinden. Eine tiefe Ruhe legte sich über den Raum als Natur- und Yogatherapeutin Jessica Schmitz einlud, einen Tannenzapfen mit geschlossenen Augen zu erforschen. Die Sehnsucht des Menschen zur Natur wird wieder stärker und ist das Gegenbild der technisierten Welt. Vielleicht auch ein Grund dafür, warum es gerade junge Menschen raus in die Wälder zieht.
Gesunder Schlaf lässt sich lernen, sagt die Schlafcoachin Nicole Pelzel und hat gleich Tipps parat, wie sich das Gedankenkarussell abschalten lässt. „Wer eine Abendroutine entwickelt, hat die besten Chancen auf einen erholsamen Schlaf,“ erklärt die Therapeutin.
Mit einer interdisziplinären Perspektive überzeugte Felix Strobl, Neurowissenschaftler und Rettungssanitäter. Es war kein Zufall, dass der ausgebildete Tenor seinen Beitrag singend begann. „Der menschliche Körper ist wie ein Musikinstrument,“ betonte er und ließ sein Publikum die verschiedenen Musikrichtungen ausprobieren.
Mit dem Vorurteil, dass die Kur ein Auslaufmodell ist, räumte Professor Dr. Carsten Bartsch auf. Die Kur war schon immer ein durchdachtes Konzept von Bewegung, Ernährung, Regeneration, sozialer Verbindung und Natur. Was es dafür braucht, um die moderne Gesellschaft endgültig zu überzeugen: KurMUT!
Bad Wildungen wurde mit dem 22. Hessischen Kurtag erneut zum zentralen Treffpunkt für die Akteure aus Kur, Gesundheit, Tourismus, Wissenschaft und Politik. Bereits zur Eröffnung betonte Bürgermeister Ralf Gutheil, Vorsitzender des Hessischen Heilbäderverbandes die zunehmende Bedeutung von Kurorten als Orte der Prävention, Kuration und Regeneration. Die moderne Gesellschaft braucht natürliche, ganzheitliche Gesundheit. Die Kurorte in Hessen haben das Potenzial, eine Schlüsselrolle in einer gesundheitsbewussten Gesellschaft einzunehmen, wenn sie Innovation und Tradition intelligent verbinden.
Knut John, Landesbeauftragter für ländliche Räume im Hessischen Wirtschaftsministerium, unterstrich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz der Heilbäder und Kurorte in Hessen. Diese seien nicht nur Gesundheitsstandorte, sondern auch bedeutende Motoren für regionale Entwicklung, Beschäftigung und Lebensqualität im ländlichen Raum.
Moderiert wurde der 22. Hessische Kurtag von Almut Boller. Die Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes nutzte die Chance und führte zahlreiche Interviews mit den Referenten, vor allem aber mit den Gästen.



